Wert und Preis unserer Kleidung

StoffeEin Aufschrei ging Anfang Mai 2013 durch die Medien, als in Bangladesch über 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen einer Textilfabrik durch deren Einsturz starben. Dies war ein schrecklicher Höhepunkt einer Serie von vergleichbaren Unglücken. Unwürdige Arbeitsbedingungen mit 16-h-Arbeitstagen, fehlende Gesundheitsstandards, baufällige Textilfabriken, Hungerlöhne, manchmal auch Kinderarbeit – das alles ist letztendlich der Preis dafür, dass ein T-Shirt in den Läden der großen Modeketten nur 4,99 € kostet. Vielleicht hätte es Menschenleben retten können, wenn alle begreifen würden, dass dies ein Ausbeuterpreis ist. Leider wird aber oft auch Designerkleidung unter den gleichen Bedingungen hergestellt, aber umso preisintensiver verkauft. Einzelne Modeketten wie H&M oder C&A haben nun Vereinbarungen geschlossen, um die Arbeitsbedingungen in den Fabriken ihrer Zulieferer zu verbessern.

Die Meinungen gehen weit auseinander, wenn man hinterfragt, was Kleidung kosten darf. Für manche ist es ein saisonbedingtes Wegwerfprodukt, für andere ein Statussymbol durch Markenbewusstsein. In den letzten Jahren hat sich aber auch parallel dazu ein neues Bewusstsein im Umgang mit Kleidung entwickelt. Was bei Kinderkleidung, die oft nicht „abgetragen“ ist,  schon länger üblich ist, weitet sich aus: Man tauscht Kleidung z.B. online über http://www.kleiderkreisel.de. Wer kann und Zeit hat, näht selbst. Oder man lässt sich individuelle Kleidung nähen im eigenen Stil und unabhängig von Trends der Modeindustrie. DaWanda bietet hierfür eine breite Palette an Angeboten für Kleidung, die „anders“ ist. Zumindest in diesem Bereich entwickelt sich ganz automatisch eine „Wert-Schätzung“ für das, was man auf der Haut trägt. Das reguliert leider meist der Preis und zunehmend hoffentlich auch das Bewusstsein.

Im Internet kann man sich z.B. hier über den Kauf sozial und fair hergestellter Kleidung informieren. Auf dem Blog vom Verrückten Huhn gibt es einen sehr schönen Beitrag zum Einkauf von Bio-Stoffen und Kurzwaren.

Für mich ist es sehr wichtig, dass wir uns wohlfühlen mit dem, was wir tragen. Kleidung ist nicht zuletzt eine Ausdrucksmöglichkeit. Alles, was ich selbst nähe, wird aus Stoffen gefertigt, die mindestens den OEKO-Tex-Standard 100 erfüllen, also schadstoffgeprüft sind. Dazu gibt es Stoffe in Bio- und G.O.T.S.-Qualität. Nicht zu vergessen die Portion Freude beim Nähen, Spaß am Ausprobieren und Liebe fürs Detail 🙂

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2 Kommentare zu “Wert und Preis unserer Kleidung

  1. Es macht mich auch glücklich, Sachen in meinen Schrank zu haben oder Sachen zu verschenken, die mit Liebe zum Detail genäht und gefertigt sind und nicht jeder zweite auf der Straße in seinem Schrank liegen hat.
    Ich kaufe gern selbst genähte Sachen und freue mich über jedes Einzelstück.
    Danke, dass Du so viel liebe in jedes genähtes Stück von Dir steckst.

  2. Danke für den schönen Artikel und den Link zum verrückten Huhn 🙂 für mich ist Kleidung auch nicht saisonal, sondern sollte auch nach ein paar Jahren noch schön sein.

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