Traditionelles Handwerk

Für das, was ich euch heute zeigen möchte. wäre folgendes eine schöne Rundherum-Geschichte: Ich bin eine geborene Hofmann. In meiner Familie hat das Schusterhandwerk eine jahrzehntelange Tradition, bis mein Opa Rudolf 1992 seine Werkstatt im Alter von 70 Jahren schloss. Die alten Handwerksmaschinen sind inzwischen aus Erhaltungsgründen in den Besitz des Museums Burg Posterstein übergegangen – die Ledernähmaschine, die Presse, um das Leder an die Form der Leisten anzupassen, die Leisten von Kinder- bis Erwachsenengröße und die speziellen Handwerkzeuge. Die Werkstatt in ihrer Form existiert aber heute noch bei uns nebenan im alten Fachwerkhaus – und wie gern gehe ich hinein. Der alte Holzfußboden, die großen Fenster mit den Laden, die Opa früh immer öffnete und abends schloss, der Geruch nach Leim (nicht gesund, sicher nicht…) und Leder schwebt noch im Raum und in meinen Erinnerungen. Dass ich in der Lage bin, einen Nagel gerade in einen Werkstoff zu bekommen, kann ich gut den langen Nachmittagen bei Opa Rudolf zu verdanken haben, der mich als kleines Mädchen gut zu beschäftigen wusste.

espandrilles 8Wenn meine Idee, nun einmal ein Paar Schuhe zu nähen, diesen nostalgischen Erinnerungen entsprungen wäre… Dann hätte ich eine tolle Einleitungsgeschichte gehabt. Die Wahrheit ist: Beim Stöbern im Shop von Alles für Selbermacher stieß ich auf Espadrilles-Sohlen der Firma Prym, die man sich selbst und ganz allein zu Schuhen vollenden kann. Aber ganz ehrlich – ohne das Schuster-Gen hätte ich mich vielleicht nicht an diese Aufgabe heran gewagt 😉

Man benötigt die Sohlen in der entsprechenden Größe, stabiles Garn, Stopf- oder Polsternadeln, Stecknadeln, eine Schere, stabilen Baumwollstoff und Freude am festen Nähen.

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Aus eigener Erfahrung: Um die recht dicken Nadeln mit dem noch dickeren Faden durch den Stoff gefädelt zu bekommen, ohne mir die Finger zu ruinieren, brauchte ich meine beste Freundin seit gestern, eine Flachzange 🙂

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Folgt einfach der Anleitung, die Prym für die Fertigung der Schuhe zur Verfügung stellt: http://www.prym-consumer.com/static/0H0H00G9X.pdf

Ganz wichtig ist das Feststecken der genähten Baumwollteile für den Zehen- und Fersenbereich an der Sohle. So kann man prüfen, ob alles gut passt. Ich sage euch, man würde sich ärgern, wenn man die Runde fast geschafft hat und dann ein Stück Stoff fehlt…

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Nun näht man den Stoff im typischen Stich an der Sohle fest:

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So sieht mein Ergebnis aus – es ist das Geburtstagsgeschenk für eine liebe Freundin und soll im Fliegenpilzdesign viel Glück bringen. Da ich große Knöpfe mag, mussten diese grünen mit dran 🙂

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Vielleicht habt ihr nun auch Lust bekommen, euch für den August noch individuelle Sommerschuhe zu basteln?! Viel Spaß dabei!

Eure Maja

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3 Kommentare zu “Traditionelles Handwerk

  1. Pingback: Vegane Taschen | Kleines Tragbares

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