Taschenliebe: FREDE von LoNeJo

Taschenliebe: FREDE von LoNeJo

So ein schöner Anlass um heute nach fast 10 Monaten Abstinenz (ich verspreche Besserung…) einen Blogpost zu verfassen ❤ Ich möchte euch FREDE vorstellen ❤

FREDE heißt der neue Taschenschnitt von LoNeJo, von Ulrike selbst erdacht, als anschauliches Ebook mit vielen Bildern und Hinweisen verfasst und von einem kreativen Team, dem ich angehören durfte, auf Herz und Stoff getestet.

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FREDE muss man einfach lieben – und man muss ihn tragen und ge-brauchen, ob nun zum Einkaufen oder ins Büro. Mit seiner Größe von 35 x 35 cm ist er einfach perfekt. Je nach verwendeten Stoffen ist er unglaublich wandelbar.

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Meinen ersten FREDE habe ich aus tollen Bio-Canvas und Kunstleder genäht. Kleine Details machen die Tasche so besonders – und Nieten! Nieten müssen sein!

Und dann lag hier noch dieser tolle Wollstoff – zum Vernähen als Hose oder Rock ein bisschen zu wollig, aber als FREDE? Perfekt ❤

Und man sieht: ein und derselbe Schnitt, anderer Stoff – ganz andere Tasche ❤

Wer sich seinen eigenen FREDE nähen möchte, findet das Ebook hier:

https://de.dawanda.com/product/118873491-frede-ebook-schnittmuster-tasche-umhaengetasche

https://www.lonejo.de/shop/ebook-schnittmuster/

Und ein kleiner Tipp: In Ulrikes Shop auf LoNeJo findet man so tolle Taschenstoffe und Zubehör ❤

Eure Maja

@creadienstag

@dienstagsdinge

@tt-taschenundtaeschchen

@handmadeontuesday

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Stoff ist nicht gleich Stoff

Stoff ist nicht gleich Stoff

Ich bin ein Kind der Siebziger Jahre. Meine Kleidung war (DDR hin oder her) bunt, (was ich nicht zeigen kann aufgrund schwarz-weiß Fotografie…) und bestand höchstwahrscheinlich aus Silastik und anderen synthetischen Fasern. Mit Sicherheit wurde sie brutal eingefärbt. Hier seht ihr mich mit Mama (sie war auch bunt).

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Jeans hießen Niethosen und T-Shirts Nickis. Sehr gut kann ich mich noch an meine Clogs erinnern, die ich um 1980 herum trug – schicke Schuhe mit Riemchen hinten, Obermaterial Jeansstoff und an den Seiten ein Marienkäfer als Applikation. Wahrscheinlich waren Weichmacher in der Sohle, genauso wie in meiner Gummigiraffe und in meiner Puppi. Sehr trendy waren auch später, Mitte der 80er Jahre, Plastikbeutel und Plastikkörbe in Flechtoptik – könnt ihr euch erinnern? Ich habe damit eine Wassermelone getragen (in Gera auf der Sorge gekauft, zum Zug geschleppt und dann vom Bahnhof nach Hause. An was man sich so erinnert, wenn man es mal versucht ;-)) Die Sache mit der Wassermelone passt auch noch zum Film, den wir damals alle liebten, nicht wahr… Der scheint aber zumindest nachhaltig zu sein.

Meine Erinnerung ist von Plastik und Synthetik geprägt, welches heute nicht nur unsere Meere verschmutzt. Dass sich 1980 DIE GRÜNEN gründeten – die Partei, die der umweltbezogenen Sorglosigkeit entgegenwirken möchte – war damals nicht mein Thema, dazu war ich schlichtweg zu jung. In meiner Erinnerung tauchen später erst Menschen in gestrickten Pullovern auf; Frauen, die ihre Kinder in Tragetüchern umschnürten, und Jutebeutel. Die Reaktionen darauf waren zwiespältig. 2010 arbeitete ich einige Zeit für Anja Siegesmund, die Fraktionschefin der GRÜNEN im Thüringer Landtag – und nicht nur hierbei konnte ich merken, dass die Begriffe Bio, Umweltschutz und Nachhaltigkeit das Jute-Image in den Köpfen vieler Menschen abgelegt haben.

Ich finde es wunderbar, dass unsere Kinder mit Begriffen wie biologisch, ökologisch, nachhaltig, Recycling und seit neuestem Upcycling ganz selbstverständlich aufwachsen, auch wenn es dazu unterschiedliche Standpunkte und Schwerpunktsetzungen gibt. Es ist nicht mehr exotisch und wird weniger belächelt, Nachhaltigkeit für das eigene Leben zum Thema zu machen. Schon in Kindergarten und Schule ist dies ein Thema. Neben den hochwertigen Produkten in unseren Bioläden versuchen auch Discounter auf den Bio-Zug aufzuspringen; neben hochwertiger Bio-Kleidung versuchen Kleiderketten selbiges in Form von „grüner Mode“. Ich möchte dies nicht bewerten, aber wenn die Industrie nicht ein Gespür für einen Trend hat, wer dann… Es bewegt sich etwas. Das Problem ist aber überall – ein Produkt soll höherwertig und vielleicht auch biologisch korrekt sein, möglichst aber nicht mehr kosten.

Wenn wir uns aufregen über die Arbeitsbedingungen der Näher und Näherinnen in den armen Ländern wie Bangladesh, sollten wir nie diejenigen aus den Augen verlieren, die die Stoffe für den breiten Markt herstellen. Es liegt nahe zu vermuten, dass billig einzukaufender Stoff weder hochwertig ist, noch dem allgemeinen und gesundheitlichen Wohl der ihn produzierenden Menschen dient.

Auf dem breiten Stoffmarkt ist es für uns begeisterte Näherinnen mit Nachhaltigkeitsgedanken leichter geworden, eine Auswahl an Produkten zu finden an GOTS– und BEST-zertifizierten Stoffen und Garnen. Mir ist dies wichtig. Ich möchte mit meinen Näharbeiten nicht nur meinen Kunden, meiner Familie (und manchmal auch mir) Freude bereiten. Hochwertige Stoffe zu kaufen ist ein kleiner Versuch zu sozialeren Arbeitsbedingungen in der Stoffproduktion beizutragen und Arbeitsplätze zu sichern. Der Bezug regional produzierter Garne und Materialien mit kurzen Transportwegen senkt die CO²-Belastung und Müllbelastung. Langlebige Qualität an Stoffen und Materialien lädt ein zu Upcyclingprojekten – weg von der Wegwerfkultur, hin zur Umnutzung. Bleibt die Preisfrage, bleibt die Frage nach dem Wert und was es einem wert ist. Die muss jeder für sich selbst beantworten.