„Mama, stimmts, das darf ich essen?!“ – Kinder und Essverhalten bei oder trotz Neurodermitis

„Mama, stimmts, das darf ich essen?!“ – Kinder und Essverhalten bei oder trotz Neurodermitis

Kinder und Essen bzw. Ernährung – das ist ja doch immer ein sehr spezielles Thema. Und es geht frühzeitig los – im Prinzip schon in der Schwangerschaft, denn wir wissen doch eigentlich alle, dass die Kleinen im Bauch das konsumieren, was Mama zu sich nimmt. Zurecht soll man auf Alkohol und unnötige Medikamente verzichten, auf Nikotin und sonstige schädliche Substanzen. Für mich als Allergikerin bestand bereits zu diesem Zeitpunkt (bisher zwei Mal also :-)) die Frage, ob ich etwas tun bzw. vermeiden kann und sollte, um meinen noch nicht geborenen Kindern vielleicht ein Leben mit Allergien zu ersparen. Aber das ist so kompliziert, wie Allergien vielschichtig sein können. Im Prinzip aß und esse ich gesund, Bio und für meine Verhältnisse ausgewogen.

Als die kleinen Wesen auf der Welt waren, stürzte ich mich jeweils hoch motiviert in das Abenteuer Stillen und hatte das Glück, dass dies ohne größere Probleme gut klappte. Beide Mädchen zeigten sich geschickt und willig ;-). Es heißt ja, dass man durch das Stillen eine Allergieneigung vermindern kann. Gerade bei meinem kleinen Bienchen hätte die Allergieneigung geradezu gelöscht werden müssen, so gut, wie es funktionierte. Aber gerade sie entwickelte im Alter von ca. einem dreiviertel Jahr eine schwere Neurodermitis. Natürlich können neben dem Schicksal und der Veranlagung noch andere Auslöser vorliegen. Darüber nachzudenken macht großen Kummer, löst Schuldgefühle aus und Zweifel. Wichtiger ist es aber wahrscheinlich, einen Weg zu finden, mit der Situation klar zu kommen, in der sich das Kindchen befindet – aber auch man selbst.

Für uns brachte ein Allergietest eine erste Orientierung im Essverhalten. Aber nicht alles kann durch solche IgE-Tests aufgedeckt werden. Unverträglichkeiten lassen sich nicht durchs Blut nachweisen, sondern nur durch detektivische „Suche“, indem man das Essen sozusagen kontrolliert – dass man also immer weiß, welche Zutaten enthalten sind. Dass dies auch Auswirkungen hat auf das Essverhalten der Kinder, ist bestimmt leicht zu verstehen. Nichts wäre schlimmer, als beim Bienchen eine Ambivalenz zum Essen, gar eine Angst gegenüber Nahrung und Genuss, durch übertriebene Kontrolle zu schüren. Auf der anderen Seite bringt aber gerade die Erfahrung von schweren allergischen Reaktionen große Vorbehalte gegenüber Nahrungsmitteln und „Vorab-Befürchtungen“ mit sich.

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