Als mein Mädchen für mich nähte…

Als mein Mädchen für mich nähte…

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mami puppi

Der Tag, als Leni (6 Jahre) für mich (!) nähte, ist noch gar nicht so lange her. Um es nochmal klarzustellen: Sie ist das Kind, ich bin die Mama – nicht anders herum 😉
Und die Geschichte dazu ist folgende: Ich hatte einmal ein kleines Mädchen, das sich – seitdem es sich lautstark artikulieren konnte (also eigentlich schon immer) – oft und gern einen Platz an meiner Seite im Bett einklagte. Als sie laufen konnte, hörte ich fast jede Nacht kleine Füßchen tippeln, dann kroch ein kleines bettchenwarmes Mädchen unter meine Decke, schmiegte ihr Köpfchen an meine Schulter, schlang einen Arm um mich und schlief gleich weiter. Wunderschön war das – nur manchmal etwas warm. Dann wurde mein kleines Mädchen größer und sagte mir: „Mami, das wird langsam peinlich, wenn ich immer zu dir komme – ich schlafe nur noch in meinem Bett.“ Große Augen – bei mir! Auch als Mama hat man anscheinend Gewohnheiten. Wahrscheinlich entwickelte sich bei meinem Mädchen Mitleid – sie holte sich ihre Nähmaschine und sagte, sie näht mir jetzt eine Puppe, die neben mir im Bett schlafen kann. Als Trost. Natürlich brauchte sie Hilfe – und heraus gekommen ist dieses Püppchen. Wunderschön. In Strickjacke, gefertigt von Oma (wurde in Auftrag gegeben). Ist diese Geste nicht lieb? Und schon so „groß“ …Dass das Püppchen auch wirklich neben mir liegt, wird streng überwacht – und ich muss sagen, ich möchte es auch nicht missen. Lieben Dank, meine große kleine Leni *•.¸(*•.¸♥¸.•*´)¸.•*

 

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Mit Kinderaugen sehen

Mit Kinderaugen sehen

Mitte Januar diesen Jahres habe ich einen Artikel von Rachel Macy Stafford (hier ihr englischsprachiger Blog) in der deutschen Online-Ausgabe von The Huffington Post gelesen. Er hieß „Was Sie wissen sollten, bevor Sie Kinder anschreien“. Wer mich kennt – mein Gemüt ist eher ausgeglichen, aber auch ich war peinlich berührt schon beim Lesen der Überschrift. Es gibt Tage, da ist man als Mami, als Eltern an der Lastgrenzen – da ist irgendwas, was von den Kindern kommt oder nicht kommt, das berühmte Zünglein an der Waage und der Ton wird lauter. Obwohl man eigentlich weiß, die Kinder können nichts dafür; obwohl man weiß, das sind gerade die ganz falschen, denen man gegenüber tendenziell ungehalten wird; obwohl man das so nie vermutet hat von sich selbst; obwohl man als Eltern immer geduldig, ausgeglichen und gerecht sein wollte; obwohl man sich sofort schämt und sich entschuldigt und allen Beteiligten das Prozedere hätte ersparen können..

Nun gibt es einen neuen Artikel der Autorin in besagter Online-Ausgabe der Huffington Post: „Der Tag, an dem ich aufhörte >> Beeil dich!“ zu sagen„. Auch ein Treffer mitten ins Herz und ins Gewissen, oder? Da höre ich mich gleich selbst, wie ich bereits früh damit anfange zu drängeln: ein bisschen schneller bitte … muss das jetzt noch sein, wir sind schon spät dran… Natürlich gibt es terminliche Zwänge. Mein kleines Kind muss kurz nach 6.30 Uhr im Kindergarten sein, damit ich um 7 Uhr pünktlich meine Arbeit beginnen kann. Da hilft alles nichts. Aber ich denke, man söllte sich öfters daran erinnern, dass es auch Momente zum Bummeln gibt – Bummeln in den Tag hinein (Wochenenden, Urlaubs- und Ferienzeit, Feiertage), Bummeln durch den Tag mit Zeit zum Staunen und Innehaltenm, Bummeln um Pausen einzulegen in all der Hektik und um wieder etwas entdecken zu können, was man bei all der Rennerei nur übersehen würde.

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Das kann man sich von kleinen Kindern ruhig einmal abschauen – auch wenn wir Erwachsenen uns wohl immer wieder daran erinnern müssen, denn unser Modus steht zu oft auf „Machen“ und „Tun“, und das ist immer mit Druck und Eile verbunden.

In diesem Zusammenhang – nie hätte ich gedacht, dass man aus 2 cm Neuschnee Schneemänner bauen kann. Dass das wohl möglich ist, hat das kleine Bienchen mit seinen besonderen Augen viel besser erkannt:

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Eine Winter-Zauber-Feen-Welt hat mein kleines Mädchen so erschaffen. Danach ließ sie den Tag gemütlich bei einem Kakao und Fußbad ausklingen. Wenn mnan bewusst hinschaut, sind das Gaben der Kinder besonders und Besonderes zu sehen und Zeiten bzw. Momente zu genießen.

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In diesem Sinne allen eine schöne bewusste Zeit – lasst uns ein Stück weit wieder Kind sein und uns von den Kindern zeigen, wie schön die Welt eigentlich ist 🙂